Die Familie Sudheim
Die Familie Sudheim (in Brakel meist als Sutheim geschrieben) gehört zur Generation der Namensvergabe1908. Aus „Sadoch David“ wurde „Zadok Sudheim/Sutheim“. Sudheim ist eine alte Ortsbezeichnung in Brakel. Das Stammhaus der Familie liegt in Königstraße 9 und ist 1821 erbaut. Das Geschäftshaus ist das große Haus Königstraße 7.
In der Volkzählung von 1843 gab es zwei Familien Sudheim:
– Königstr. 9: Wwe. David [Zadock?! 1782-1841] Sudheim (Hanna Weiler, 1782-1858) mit 8 Personen im Haus Nr. 93, dem Stammsitz der Familie, darunter die Söhne Abraham (geb. 1815), Salomon (geb. 1818), Moses (geb. 1822), sowie 4 Personen Gesinde
– Königstr. 22 (Mittelmühle an der Brucht): David Sudheim (1805-1876) mit Frau (Jo)Hanne Ransohoff (geb. 1807) mit 13 Personen im Haus, darunter Sohn Moses (geb. 1837) und 5 Töchter + 5 Personen Gesinde
Auf dem jüdischen Friedhof gibt es drei Grabstellen:
- Johannes Sudheim (gest. 1826)
- Hanna Sutheim geb. Weiler (1792-1858)
- Moses Sutheim (1837-1896). Dieser war nach Bielefeld verzogen, er war aber auch in Brakel Mitinhaber der Tabakfabrik und ist auf dem Friedhof in Brakel begraben (mit Grabstein aus Bielefeld). Er war, wie es scheint der letzte männliche Nachkomme der Familie in Brakel.
In der Bürgenliste 1850 der Kreissparkasse Höxter in Brakel stehen David und Abraham Sudheim mit je 3.000 Thlr.
Als Unternehmer sind sie zeitweise im Mühlenbereich tätig (Brakel Mittelmühle und Mühle Riesel). Moses Sudheim betreibt mit Partner Rosenberg (bis 1881) eine Tabakfabrik (Zigarren) in Brakel in der Zeit ca. 1860-1890.
Die Sudheims waren wohl schwerpunktmäßig im Geldgeschäft vertreten: Sie hatten große Summen in Hypotheken und Land von kleineren Höfen investiert. Dass sie dabei auch Verluste hinnehmen mussten zeigen mehrere Anzeigen gerichtliche „Aufgebote“ um 1900. – Dem Hörensagen ist die Familie deutlich von 1933 ausgewandert.
In Paderborn ist Betty Sutheim (1806-1902) verheiratet mit Isaak Ransohoff (aus Peckelsheim, 1806-1873), der einen Landhandel mit Bankhaus betreibt. Das Paar hat 10 Kinder (im Zeitraum 1843-1864, wovon 7 das Erwachsenenalter erreichen). Der Sohn Nikolaus Ransohoff (1856-1937) ist Nachfolger im Bankgeschäft (mit Partnern) und ein Beispiel für ein einen erfolgreichen und stark integrierten jüdischen Mitbürger. Er war über 30 Jahre Stadtverordneter in Paderborn (bis 1924), hatte weitere Funktionen und war Mitglied es Altertumsvereins Abteilung Paderborn.
Quelle: Franz-Josef Dubbi (2026), Die jüdische Bankiersfamilie Ransohoff in Paderborn. Die Warte, Heft 210, s. 23-26.
Ein weiterer wichtiger Hinweis findet sich im Brakeler Anzeiger v. 24.04.1933. Dort wird dem angesehenen Mitbürger August Sommer zum 75. Geburtstag gratuliert. Dieser hatte 1890 die Tochter Ida (1860-1943?) von Abraham Sutheim (1810-1870) geheiratet und hatte das Landhandelsgeschäft in dem großen Patrizierhaus in der Königstraße übernommen. Es ist für das Geschäft von „drei langen Generationen Sudheim“ die Rede, das bis ca. 1933 bestand. Das müssen diese Generationen gewesen sein:
- Zadock Sutheim (geb. 1782) und Bruder Levi Sutheim, David Sutheim (geb. 1805),
- Abraham Sutheim (geb. 1815), Salomon (geb. 1818), zwei Moses Sutheim (geb. 1822 und 1837)
Nähere Informationen gibt es z. Zt. nicht. Aber dass die Familie bedeutend war zeigen zahlreiche Familienanzeigen in der Kölnischen Zeitung. Verlobungen der Töchter Sutheim nach Bünde, Melsungen,, Oerlinghausen, Lübbecke, Bielefeld Mayen und Ruhrort sind enthalten.
Die Familie Sudheim in Beverungen (dort mit „d“ geschrieben) soll aus Brakel stammen. Die Belege sind unklar.
